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Saison mit Licht und Schatten

19.10.2012 07:51


Stephan Katt zieht ein Fazit aus 2012 und plant das nächste Jahr

 

tl_files/0_news/2012/1019_pm.jpgFür Stephan Katt hätte das Jahr 2012 die Krönung seiner bisherigen Bahnsport-Laufbahn werden können. Gestartet als einer der Top-Favoriten auf den Einzel-Weltmeistertitel auf der Langbahn ging der Schleswig-Holsteiner hoch motiviert in die ersten Rennen. „Ich hatte mich akribisch vorbereitet und wollte unbedingt ein Ausrufezeichen setzen.“ Vielleicht war es gerade dieser Anspruch an sich selbst, der dem 33jährigen letztlich einen Strich durch die berühmte Rechnung machen sollte. „Natürlich war ich vom Ehrgeiz gepackt und ich wollte mir unbedingt beweisen, dass ich das Zeug habe ganz oben mit zufahren.“ Die Kampfansage an Joonas Kylmäkorpi kam letztlich aber nicht von Katt selbst. Vielmehr waren es äußere Einflüsse, die ein Duell zwischen den beiden Teamkollegen vom MSC Brokstedt, die im Jahr zuvor noch gemeinsam in der Speedway-Bundesliga gestartet waren, angekündigt hatten. Katt selbst zeigte letztlich zwei Seiten seiner Möglichkeiten. „Während die WM für mich alles andere als viel versprechend begann, war ich bei den andren Rennen stets präsent und immer vorn dabei.“ Dabei musste der gebürtige Kieler ein echtes Mammutprogramm absolvieren. „Ich bin bei 27 Rennen gestartet.“ Dass Katt dabei lediglich dreimal auf das Speedway-Motorrad gestiegen ist zeigt die Priorität, die sich der „Catman“ in 2012 gesetzt hatte. „Mit dem Gewinn des fünften WM-Titels mit der Nationalmannschaft habe ich in diesem Jahr den ersten großen Titel holen können. Es ist doch klar, dass ich nach diesem Erfolg einfach mehr wollte.“ Es folgte eine mehr als erdrückende Dominanz in der Grasbahn-Europameisterschaft. Beim Halbfinale in Werlte präsentierte sich Katt in blendender Verfassung und verwies die Konkurrenz deutlich auf die Plätze. Das „Meisterstück“ sollte ihm jedoch in Eenrum gelingen. In der „Hitzeschlacht von Holland“ sicherte sich Stephan Katt zum dritten Mal den Grasbahn-Europameistertitel und bewies einmal mehr sein Talent auch in wirklich extremen Situationen alle Kräfte zu bündeln und diese wie ein Ass aus dem Ärmel zu schütteln. „Eeenrum war der Höhepunkt einer echten Siegesserie.“ In der Tat war der Gewinn der europäischen Krone das siebente Rennen in Folge, welches Katt als Sieger beenden sollte. „Zu diesem Zeitpunkt war die WM für mich bereits abgehakt. Beim Lauf in Groningen hatte ich meine letzte Chance auf einen Podiumsplatz vertan obwohl rein rechnerisch noch alles möglich gewesen wäre.“ Noch einmal setze Stephan Katt alles auf eine Karte. Nach Stürzen bei den WM-Rennen in Morizes und Vechta, die zu allem Übel zusätzlich einen moralischen Bruch nach sich zogen, musste der designierte WM-Favorit am Ende gar noch das WM-Challenge in Marienbad bestreiten, was allerdings letztlich zu einer Pflichterfüllung avancierte und keine große Hürde für Katt darstellte. Auf die Frage nach den Gründen, die zu dieser Saison, die Katt selbst mit den Worten „Heiter bis wolkig“ beschreibt führten, gibt Katt eine klare Antwort. „Die Mischung aus selbst auferlegtem, unverhältnismäßigem  Druck gepaart mit technischen Problemen haben mein Abschneiden in der Einzel-WM entschieden. Bitter ist nur, dass es Leute gibt, die in meinem privaten Umfeld nach Gründen suchen. Das ist absoluter Blödsinn. Ich fühle mich gut, habe ein absolut perfektes Team und bin mental ausgeglichen wie schon lange nicht mehr.“

 

Die Pläne für die anstehende Serie nehmen bei Katt langsam konkrete Formen an. Eines scheint dabei allerdings sicher: „Ich werde mich nicht noch einmal so massiv unter Druck setzen. Ich denke mit der richtigen Portion Gelassenheit kann ich mehr erreichen.“ – Vielleicht also doch eine Kampfansage?

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